Umweltfreundliche Beleuchtung: Mehr Licht – weniger Strom

Gute Lichtbedingungen sind wichtig, um sich bei der Arbeit wohl zu fühlen, die Augen zu entlasten und Unfälle zu vermeiden. Gleichzeitig kann man bei der Wahl der Lampen und Leuchtmittel auch viel Gutes für die Umwelt tun. Doch woran erkennt man umweltfreundliche Beleuchtung? Wer das herausfinden will, muss nicht nur Lebensdauer und Energieverbrauch betrachten, sondern den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffbeschaffung bis hin zur Entsorgung. Nicht nur Herstellung und Energieverbrauch beeinflussen die Ökobilanz. Hat ein Leuchtmittel das Ende seiner Lebensdauer erreicht, spielt auch die Entsorgung eine wichtige Rolle bei der Beurteilung, ob eine Beleuchtung umweltfreundlich ist. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Umwelt und Ihren Geldbeutel schonen und gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit tun.

Umweltfreundliche Beleuchtung: Die Glühbirne hat ausgedient

Die klassische Glühbirne hat nur 5 Prozent ihres Stromverbrauchs in Licht umgewandelt. Deshalb wurde sie seit 2009 in der EU schrittweise verboten und durch energieeffizientere Leuchtmittel abgelöst. Ähnliches gilt für T8 Leuchtstoffröhren und einige Halogen-Leuchtmittel: Dank technologischer Fortschritte gibt es inzwischen Alternativen, die deutlich effizienter sind – doch nicht alle sind in punkto Umweltschutz gleich empfehlenswert.

Ökodesign-Richtlinie: Reparieren statt wegwerfen

Mit der Ökodesign-Richtlinie sollen in der gesamten EU alte, viel Energie verbrauchende Produkte vom Markt entfernt und durch neue, CO2-sparende Lösungen ersetzt werden. Damit will die EU 100 Millionen Tonnen Treibhausgase bis 2030 bei ihren Mitgliedstaaten einsparen. Gemeinsame Mindestanforderungen helfen Konsumenten damit, leichter auf energieeffiziente Produkte umzusteigen.

Vergleich: Umweltfreundliche Beleuchtung (© Stiftung Warentest)

Checkliste: Faktoren für umweltfreundliche Beleuchtung

Strom sparen: Intelligente Lichtsteuerung wie Bewegungsmelder oder Tageslichtsensoren reduzieren die Beleuchtung auf ein notwendiges Maß: Das spart Geld und ist umweltfreundlich.

Energieverbrauch optimieren: LED-Lampen enthalten kein Quecksilber, verbrauchen deutlich weniger Strom als herkömmliche Leuchtmittel und ihr Anschaffungspreis amortisiert sich bereits in kurzer Zeit.

Lichtverschmutzung vermeiden: So wenig Licht wie möglich, so viel wie nötig. Warmweiße, punktgenaue Beleuchtung spart Strom und freut die Natur.

LED-Leuchten – die umweltfreundliche Alternative

LED-Lampen haben im Vergleich zu allen anderen Leuchtmitteln die mit Abstand beste Ökobilanz. Obwohl LED-Lampen in der Herstellung aufwendiger sind als bspw. Halogenlampen, belasten sie die Umwelt deutlich weniger. Der Grund dafür liegt beim Stromverbrauch: Er macht den größten Anteil in der Ökobilanz einer Lampe aus. LED-Lampen sind besonders energieeffizient und haben eine sehr hohe Lebensdauer. Damit haben sich LED-Lampen im Vergleich zu herkömmlichen Lampen als umweltfreundliche Lichtquellen bewährt.

Material

LEDs bestehen aus vier Bauteilen: Dem LED-Chip, einem Reflektor mit Kontakt zur Kathode, einem Golddraht als Kontakt zur Anode und einer Kunststoff-Linse, zur Fixierung der anderen Bauteile. Verpackung, Transport und Entsorgung belasten die Umwelt nur gering.

Energiebilanz

LED-Lampen sorgen für Helligkeit mit wenig Strom: 98% der Energie werden in Licht umgewandelt. Bei Energiesparlampen liegt dieser Wert bei etwa 25%, bei Glühbirnen deutlich darunter. Damit sind LED-Lampen diesen Leuchtmitteln deutlich überlegen.

Lebensdauer

Bei einer durchschnittlichen Brenndauer von 4 Stunden pro Tag hält eine LED-Leuchte mit 50.000 Stunden Lebensdauer 34 Jahre lang – und das wartungsfrei. Sie ist damit das mit Abstand effizienteste Leuchtmittel, sowohl bei Energieausbeute als auch bei Lebensdauer.

Das neue Energielabel: Was kann man daraus ablesen?

Ähnlich wie bisher informieren die neuen EU-Energielabels über alle relevanten Eigenschaften eines Geräts und geben einen Hinweis, wie umweltfreundlich die Beleuchtung ist. Die Plusklassen (A+++, A++, usw.) hat man beim neuen Energielabel jedoch gestrichen: Die Energieeffizienz reicht von A (beste) bis G (schlechteste). Diese Klassen sollen – anders als bisher – langfristig für alle Geräte gleich sein. Damit ist ein Vergleich von unterschiedlichen Produkten (bspw. Leuchtmitteln) künftig deutlich einfacher.

Neu: Zusätzliche Produktinformation online

Neu ist der QR-Code auf jedem Energielabel: Über diesen können Sie zusätzliche Informationen aus der europäischen Produktdatenbank „EPREL“ abrufen. Diese Informationen werden von den Herstellern hinterlegt. Zudem gibt es seit Juli 2021 eine eigene Webseite für den Energievergleich: Hier können Sie die Betriebskosten für Strom von unterschiedlichen Geräten vergleichen. Damit ist auf einen Blick ersichtlich, welches Gerät langfristig günstiger ist.

RIESTE Energielabel Vergleich alt und neu

Umweltfreundliche Beleuchtung fördert auch die Gesundheit

Licht fördert unsere Gesundheit und ist gut für unser Wohlbefinden. Mangelhafte Beleuchtung kann sich aber schnell negativ auf uns selbst und unsere Umwelt auswirken. Sogar die natürlichste Lichtquelle der Welt – die Sonne – kann unseren Augen Schaden zufügen, wenn wir ungeschützt hineinschauen. Künstliche Beleuchtung bedient andere Spektralbereiche als die Sonne und kann daher besonders bei großer Helligkeit und Blendung zu Problemen führen. Speziell die blauen und ultravioletten Farben können bei zu langer Leuchtdauer und Stärke Schäden an der Netzhaut verursachen. Eine genaue Kalkulation der Lichtwirkung, der Einstrahlwinkel und der Blendung minimiert die Risiken für Mensch und Umwelt und schützt vor negativen Einflüssen.

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Wie werden LED-Lampen entsorgt?

Anders als Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren, die man im Sondermüll entsorgen muss, gelten LED-Lampen als Elektroschrott und können wie elektronische Geräte entsorgt werden.

Warum gelten LED-Lampen als umweltfreundliche Beleuchtung?

LED-Lampen belasten die Umwelt bis zu 5 Mal weniger als Halogenlampen. Ein Hauptgrund dafür ist der geringe Stromverbrauch. Die Strom­produktion verursacht große Mengen von Abgasen und giftigen Abfällen – das belastet Böden und Gewässer und schadet der Umwelt mehr als Produktion, Trans­port und Entsorgung von energieeffizienten Leuchtmitteln wie LED-Lampen. Zudem enthalten LED-Leuchtmittel kein Quecksilber und haben eine sehr hohe Lebensdauer, man benötigt über einen langen Zeitraum also deutlich weniger Rohstoffe als mit herkömmlichen Leuchtmitteln.

Warum haben LED-Lampen auf dem neuen Energielabel nicht mehr die Energieeffizienzklasse A?

Seit der Einführung des neuen Energielabels im September 2021 herrscht bei vielen Konsumenten Verwirrung: Statt eines Produkts mit der Energieeffizienzklasse A hält man plötzlich eines der Klasse E oder gar F in der Hand. Die alte Effizienzskala (A+, A++, A+++) wurde aus guten Gründen abgeschafft: Konsumenten sollen wieder klarer erkennen können, welche LED-Lichtquellen tatsächlich effizient sind.


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